Reise nach Metz
Wenn der Weg zur Begegnung wird
Wachstum beginnt dort, wo Menschen sich begegnen, wo Schritte auf neuem Boden zu Schritten aufeinander zu werden.
Genau das wurde der Ausflug nach Metz – einer Stadt, in der französische Sanftheit auf deutsche Strenge trifft und Vergangenheit und Gegenwart sich so selbstverständlich verflechten wie die Schicksale der Menschen in unserem Bus.
Die, die erst vor wenigen Monaten aus der Ukraine gekommen waren, und die, die bereits seit über zwanzig Jahren in Deutschland leben, machten sich zusammen auf den Weg. Verschiedene Einwanderergenerationen, unterschiedliche Lebenswege, unterschiedliche Lebens-rhythmen/-tempi – doch an diesem Tag waren alle beieinander, an einem Ort, in einer Bewegung. Die Reise war mehr als nur eine Exkursionsroute. Sie wurde zu einer Brücke zwischen Erfahrung und Hoffnung, zwischen Erinnerung und Zukunft, zwischen denen, die ihren Weg gerade erst beginnen, und denen, die hier bereits ein Zuhause gefunden haben.
Der Reiseführer Anatoli Makaschkin erzählte von Metz, als würde er die Türen zu einer Stadt öffnen, die es versteht, das Licht zu bewahren. Er zeigte Straßen, in denen der gelbe Sandstein selbst an bewölkten Tagen strahlt, und erklärte, wie sich in der Architektur Lothringens der Dialog zweier Kulturen – der französischen und der deutschen – widerspiegelt.
Für die Teilnehmer der Reise wurde Metz zu einem Ort, an dem man innehalten, tief durchatmen und spüren konnte: Wir leben nicht nur nebeneinander – wir wachsen zusammen. Wir lernen, einander zuzuhören. Wir schaffen einen Raum, in dem jeder er selbst sein kann.
Text und Foto: L. Shashenko Übersetzung: A. Apel




