לֹא בְחַיִל וְלֹא בְכֹחַ כִּי אִם בְּרוּחִי אָמַר יְהוָה צְבָאוֹת
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Musik im Wohlfahrtszentrum

Musiker des WDR Funkhausorchesters
Durch das 12 Wochen währende Besuchsverbot und das Ausbleiben von Veranstaltungen ist es seit Beginn der Corona-Krise sehr ruhig geworden im Elternheim der Synagogen-Gemeinde Köln. Unterbrochen wurde diese Stille an einem sonnigen Mai-Mittwoch, als fünf Musiker*innen des WDR-Funkhausorchesters ein exklusives Gartenkonzert für Bewohner*innen und Mitarbeiter*innen spielten.

Zwischen Lavendelbüschen und Rosensträuchern wurde ein weißer Pavillon aufgebaut, denn die kostbaren Streichinstrumente dürfen nicht der direkten Sonne ausgesetzt sein. Und die strahlt an diesem Tag bereits um 10:00 Uhr so schön, dass die Senior*innen, die auf Stühlen rund um den Pavillon Platz genommen hatten, vom Pflegepersonal mit Sonnenhüten und „I love Köln“-Schirmmützen ausgestattet wurden.

Die Musiker*innen haben bereits ihre Notenständer aufgebaut und ihre Instrumente platziert. Der Cellist hat einen Stuhl, alle anderen spielen sich stehend auf dem Rasen warm. Die Nachbarn wurden durch Infoblätter in ihren Briefkästen bereits am Vortag herzlich dazu eingeladen, von ihren Balkonen, Fenstern und Gärten aus dem Konzert beizuwohnen. Um 10:30 Uhr begrüßt die Violinistin Katharina Schulte dann ihr Publikum in diesem außergewöhnlichen Ambiente. Sie bedankt sich für die Möglichkeit, im Elternheim spielen zu dürfen und erklärt, dass es auch für die Orchestermitglieder eine sehr schwere Zeit sei. Sie übten zuhause per Zoom-Konferenz miteinander und spielten Konzerte vor leeren Sälen, die dann online über so genanntes „Streaming“ von den Abonnenten abgerufen werden könnten. Aber ohne die direkte Reaktion eines Publikums sei dies wenig befriedigend. Außerdem möchten sich die Musiker*innen mit ihrem Auftritt beim Pflegepersonal für dessen tolle Leistung in der Corona-Krise bedanken. Für das sommerliche Gartenkonzert hat das Quintett aus zwei Violinen, Bratsche, Cello und Oboe sechs Musikstücke vorbereitet: Von Tango über Pop, Filmmusik und einen Klassiker der kölschen Musik ist alles dabei.

An Reaktion des Publikums mangelt es dieses mal nicht: Bereits nach dem ersten Stück „Mit 66 Jahren“ gibt es viel Applaus, sogar Jubel und anerkennende Pfiffe sind von beiden Seiten des Zauns zu hören. Viele Nachbarn sind unserer Einladung gefolgt, auch Kinder und Rollstuhlfahrer spähen durch die Hecke. Während die Musiker spielen, lauschen alle jedoch andächtig. Die Bewohner*innen und Kolleg*innen des Elternheims haben sich schon lange auf den Besuch des Quintetts gefreut, auch die Mitarbeiter*innen aus den anderen Abteilungen haben sich im Garten eingefunden. Das Konzert ist eine sehr willkommene Abwechslung in diesen ungewissen und angespannten Wochen, für 30 Minuten bleibt jetzt die Zeit stehen. Die Musik bewegt alle Anwesenden sichtlich, und spätestens bei „Somewhere over the Rainbow“ haben einige Tränen in den Augen.

Zum Beispiel Tanja Puris, die Interim-Leiterin des Elternheims, die sich nach dem letzten Stück von Herzen mit koscherem Wein und Blumen bei allen Musiker*innen sowie bei der Aufnahmeleiterin Christiane Torno und der Managerin des WDR-Funkhausorchesters, Corinna Rottschy, bedankt. Sie hofft – und spricht damit im Namen aller Anwesenden – solch ein wunderbares Event bald wiederholen zu können.

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