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Historie

Zeittafel Die jüdische Gemeinde in Köln von 321 bis 2010.
321 Erste Erwähnung der jüdischen Gemeinde in einem Schreiben Kaiser Konstantins an den Rat der Stadt Köln.
4. Jh. Im Bereich des heutigen Rathausvorplatzes wird die spätantike Synagoge vermutet.
spätes 8. Jh. Bau der Mikwe (Ritualbad). Durch spätere Umbauten bis Anfang des 12. Jhs. wird der ursprüngliche Bau mehrmals verändert.
um 800 Bau der karolingischen Synagoge unter Verwendung des alten Synagogenvorhofes (?). Die Synagoge wird in den folgenden Jahrhunderten mehrfach zerstört und wieder auf- bzw. umgebaut.
1096 Erster Kreuzzug. Im Mai/Juni 1096 erreichen die plündernden und mordenden Kreuzfahrerhorden auch Köln. Viele Gemeindemitglieder werden umgebracht, das jüdische Wohnviertel und die Synagoge zerstört.
1266 Der Kölner Erzbischof Engelbert von Falkenburg sichert den Juden in einer steinernen Urkunde die ungestörte Benutzung ihres Friedhofes an der Bonner Straße zu. Der Stein ist noch heute im Kölner Dom zu sehen.
1349 Pestpogrome. Am 23./24. August 1349 wird das jüdische Viertel zerstört, die Bewohner umgebracht oder vertrieben.
1372 Den Juden wird wieder gestattet, sich in Köln niederzulassen.
1404 Kölner Judenordnung. In 24 Vorschriften werden Kleidung und Verhalten der Juden festgelegt.
1424 Der Rat beschließt die Ausweisung der Juden zum 1. Oktober 1424. Nach ihrer Ausweisung siedeln sich viele Kölner Juden im rechtsrheinischen Deutz an und bilden dort eine Gemeinde.
1426 Nach einem Umbau wird die Synagoge am 8. September 1426 als Ratskapelle St. Maria in Jerusalem eingeweiht.
1798 Das erste jüdische Ehepaar erhält von der französischen Stadtverwaltung die Erlaubnis, in Köln ansässig zu werden.
1801 Am 12. Oktober 1801 gründen 18 Familien die erste Kölner Gemeinde der Neuzeit.
1861 Die konservative Synagoge in der Glockengasse wird am 29. August 1861 eingeweiht.
1884 Die orthodoxe Synagoge in der St.Apern-Straße wird am 16. Januar 1884 eingeweiht.
1899 Die liberale Synagoge in der Roonstraße wird am 22. März 1899 eingeweiht.
1906 Die orthodoxen Kölner Juden bilden die Austrittsgemeinde Adass Jeschurun, die zwei Jahre später von der preußischen Regierung als Synagogen-Gemeinde und Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wird.
1927 Die Ehrenfelder Synagoge in der Könerstraße wird am 18. September 1927 eingeweiht.
1938 Während des Novemberpogroms werden von der Kölner Gestapo ca. 800 jüdische Männer verhaftet, Synagogen, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Kölner geplündert und zerstört.
1941-1944 Zwischen Oktober 1941 und Oktober 1944 werden ca. 8000 jüdische Menschen vom Bahnhof Deutz-Tief "nach dem Osten" deportiert und dort umgebracht.
1945 Am 29. April 1945 gründet eine kleine Gruppe Überlebender in den Trümmern der Synagoge Roonstraße die Kölner Gemeinde wieder.
1948 Einweihung des Mahnmals für die jüdischen Opfer des Naziregimes auf dem jüdischen Friedhof in Bocklemünd am 6. Juni
1949 Am 6. April 1949 weiht die Gemeinde eine kleine Synagoge in der Ottostraße ein.
1953-1965 Nach Abschluß der deutsch-israelischen Wiedergutmachungsverhandlungen wird in Köln eine israelische Einkaufsorganisation, die "Israel-Mission", eingerichtet.
1958 Gründung der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit
1959 Die wiedererrichtete Synagoge Roonstraße wird am 20. September 1959 mit einem feierlichen Festgottesdienst eingeweiht. Schon wenige Wochen später, am 24./25 Dezember, wird die Synagoge durch Schmierereien geschändet.
1959 Die "Germania Judaica", die Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums, wird auf Initiative Kölner Bürger als privater Verein gegründet.
1960 Die erste Kölner SchülerInnengruppe besucht Tel Aviv-Yafo; seither jährliche Austauschprogramme.
1963/64 Im Kölnischen Stadtmuseum wird die Ausstellung: "Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein" gezeigt.
1965 In Köln wird am 24. August 1965 die erste israelische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland eröffnet.
1966 An der Kölner Universität wird das Martin-Buber-Institut für Judaistik eingerichtet.
1979 Die Städtpartnerschaft Köln - Tel-Aviv-Yafo wird am 6. August 1979 durch die Unterschriften des Kölner Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler und des Tel Aviver Bürgermeisters Yigal Griffel besiegelt.
1987
Die Stadt Köln lädt seit 1987 Gruppen von "ehemaligen" jüdischen Kölnern ein.
1990
Seit Herbst 1990 nimmt die Synagogen-Gemeinde Köln jüdische Flüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion auf.
1991 Die Gemeinde beginnt wieder mit der Herausgabe des "Gemeindeblatts der Synagogen-Gemeinde Köln", das unter diesem Namen erstmals am 26.6.1931 erschienen war.
1992 Am 1. Dezember1992 unterzeichnen Vertreter der westfälischen und der rheinischen Gemeinden sowie der Synagogen-Gemeinde Köln mit Ministerpräsident Rau einen Staatsvertrag.
1995 Am 12. Dezember 1995 wird der "Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Tel Aviv-Yafo" gegründet.
1997 Am 27. November 1997 kauft die Synagogen-Gemeinde Köln einen Teil des Geländes und das denkmalgeschützte Hauptgebäude des ehemaligen "Israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache" in der Ottostraße.
1999 Die Synagogen-Gemeinde beschließt zwei große (Um-)Bauprojekte. In der Ottostraße soll ein Wohlfahrtszentrum mit Alten- und Pflegeheim, Kindertagesstätte, Grundschule und Verwaltung entstehen. In der Roonstraße bleibt das religiöse und kulturelle Zentrum mit Synagoge, Jugendzentrum, Festsaal und Museum, allerdings in räumlich veränderter Form.
2001 Am 25. April 2001 unterzeichnen der nordrhein-westfälische Ministerpräsi-dent Wolfgang Clement und Vertreter der jüdischen Gemeinden einen neuen Staatsvertrag, um den Bedingungen der wachsenden jüdischen Gemeinden Rechnung zu tragen.
2002 Am 2. September 2002 wird die eigenständige Lauder-Morijah-Schule, die erste jüdische Grundschule in Köln nach 1945, feierlich eröffnet. Die erste Klasse kommt zunächst in Räumlichkeiten der Synagoge Roonstraße unter.
2003 Im November 2003 bezieht das Elternheim – das jüdische Altenpflegeheim – als erste Institution seine Räumlichkeiten im Jüdischen Wohlfahrts-zentrum Ottostraße.

Am 11. Dezember befestigt der aschkenasische Oberrabbiner Israels Yona Metzger am dortigen Eingang eine Mesusa.
2004 Im Frühjahr und Sommer ziehen sukzessive die Sozialabteilung, die Verwaltung, die Lauder-Morijah-Grundschule und die Franz-Herschtritt-Kindertagesstätte in die Ottostraße.

Am 12. September 2004 öffnet die Synagogen-Gemeinde Köln in dem Stadtteil Porz für die dort lebenden rund 800 Gemeindemitglieder ein Begegnungszentrum als erste Außenstelle. Das Begegnungszentrum ist besonders zugeschnitten auf die Bedürfnisse von Migranten und bietet ein entsprechend breit gefächertes Spektrum.
2005 Am 10. Juli 2005 werden zwei Tora-Rollen in das Jüdische Wohlfahrtszentrum Ottostraße gebracht. Durch das Einbringen der Rollen wird aus dem dortigen Betsaal eine Synagoge.

Am 19. August 2005 besucht Papst Benedikt XVI. auf Einladung der Synagogen-Gemeinde Köln während seines Aufenthaltes beim XX. Weltjugendtag in Köln die Synagoge in der Roonstraße. Es war der erste Papstbesuch einer Synagoge in Deutschland.
2006 Das Begegnungszentrum Porz der Synagogen-Gemeinde Köln wird als Interkulturelles Zentrum der Stadt Köln anerkannt.
2009 Am 1. April 2009 weiht die Synagogen-Gemeinde Köln das Begegnungs-zentrum Chorweiler ein. Dieser Gebäudeteil war der von der katholischen Nachbargemeinde erworbene Pfarrsaal. Das neue Begegnungszentrum trägt der Tatsache Rechnung, dass rund 800 Gemeindemitglieder, die in diesem Stadtteil im Kölner Nordwesten leben. In dem „blauen Haus“ am Pariser Platz stehen den Gemeindemitgliedern soziale und psychologische Beratung zur Verfügung. In der eigenen Synagoge finden regelmäßig Gottesdienste statt. Das Begegnungszentrum Chorweiler bietet darüber hinaus, wie auch das Begegnungszentrum Porz ein umfangreiches Kursusprogramm an.