Historie
| Zeittafel | Die jüdische Gemeinde in Köln von 321 bis 1999. |
|---|---|
| 321 | Erste Erwähnung der jüdischen Gemeinde in einem Schreiben Kaiser Konstantins an den Rat der Stadt Köln. |
| 4. Jh. | Im Bereich des heutigen Rathausvorplatzes wird die spätantike Synagoge vermutet. |
| spätes 8. Jh. | Bau der Mikwe (Ritualbad). Durch spätere Umbauten bis Anfang des 12. Jhs. wird der ursprüngliche Bau mehrmals verändert. |
| um 800 | Bau der karolingischen Synagoge unter Verwendung des alten Synagogenvorhofes (?). Die Synagoge wird in den folgenden Jahrhunderten mehrfach zerstört und wieder auf- bzw. umgebaut. |
| 1096 | Erster Kreuzzug. Im Mai/Juni 1096 erreichen die plündernden und mordenden Kreuzfahrerhorden auch Köln. Viele Gemeindemitglieder werden umgebracht, das jüdische Wohnviertel und die Synagoge zerstört. |
| 1266 | Der Kölner Erzbischof Engelbert von Falkenburg sichert den Juden in einer steinernen Urkunde die ungestörte Benutzung ihres Friedhofes an der Bonner Straße zu. Der Stein ist noch heute im Kölner Dom zu sehen. |
| 1349 | Pestpogrome. Am 23./24. August 1349 wird das jüdische Viertel zerstört, die Bewohner umgebracht oder vertrieben. |
| 1372 | Den Juden wird wieder gestattet, sich in Köln niederzulassen. |
| 1404 | Kölner Judenordnung. In 24 Vorschriften werden Kleidung und Verhalten der Juden festgelegt. |
| 1424 | Der Rat beschließt die Ausweisung der Juden zum 1. Oktober 1424. Nach ihrer Ausweisung siedeln sich viele Kölner Juden im rechtsrheinischen Deutz an und bilden dort eine Gemeinde. |
| 1426 | Nach einem Umbau wird die Synagoge am 8. September 1426 als Ratskapelle St. Maria in Jerusalem eingeweiht. |
| 1798 | Das erste jüdische Ehepaar erhält von der französischen Stadtverwaltung die Erlaubnis, in Köln ansässig zu werden. |
| 1801 | Am 12. Oktober 1801 gründen 18 Familien die erste Kölner Gemeinde der Neuzeit. |
| 1861 | Die konservative Synagoge in der Glockengasse wird am 29. August 1861 eingeweiht. |
| 1884 | Die orthodoxe Synagoge in der St.Apern-Straße wird am 16. Januar 1884 eingeweiht. |
| 1899 | Die liberale Synagoge in der Roonstraße wird am 22. März 1899 eingeweiht. |
| 1906 | Die orthodoxen Kölner Juden bilden die Austrittsgemeinde Adass Jeschurun, die zwei Jahre später von der preußischen Regierung als Synagogen-Gemeinde und Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt wird. |
| 1927 | Die Ehrenfelder Synagoge in der Könerstraße wird am 18. September 1927 eingeweiht. |
| 1938 | Während des Novemberpogroms werden von der Kölner Gestapo ca. 800 jüdische Männer verhaftet, Synagogen, Geschäfte und Wohnungen jüdischer Kölner geplündert und zerstört. |
| 1941-1944 | Zwischen Oktober 1941 und Oktober 1944 werden ca. 8000 jüdische Menschen vom Bahnhof Deutz-Tief "nach dem Osten" deportiert und dort umgebracht. |
| 1945 | Am 29. April 1945 gründet eine kleine Gruppe Überlebender in den Trümmern der Synagoge Roonstraße die Kölner Gemeinde wieder. |
| 1948 | Einweihung des Mahnmals für die jüdischen Opfer des Naziregimes auf dem jüdischen Friedhof in Bocklemünd am 6. Juni |
| 1949 | Am 6. April 1949 weiht die Gemeinde eine kleine Synagoge in der Ottostraße ein. |
| 1953-1965 | Nach Abschluß der deutsch-israelischen Wiedergutmachungsverhandlungen wird in Köln eine israelische Einkaufsorganisation, die "Israel-Mission", eingerichtet. |
| 1958 | Gründung der Kölnischen Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit |
| 1959 | Die wiedererrichtete Synagoge Roonstraße wird am 20. September 1959 mit einem feierlichen Festgottesdienst eingeweiht. Schon wenige Wochen später, am 24./25 Dezember, wird die Synagoge durch Schmierereien geschändet. |
| 1959 | Die "Germania Judaica", die Kölner Bibliothek zur Geschichte des deutschen Judentums, wird auf Initiative Kölner Bürger als privater Verein gegründet. |
| 1960 | Die erste Kölner SchülerInnengruppe besucht Tel Aviv-Yafo; seither jährliche Austauschprogramme. |
| 1963/64 | Im Kölnischen Stadtmuseum wird die Ausstellung: "Monumenta Judaica. 2000 Jahre Geschichte und Kultur der Juden am Rhein" gezeigt. |
| 1965 | In Köln wird am 24. August 1965 die erste israelische Botschaft in der Bundesrepublik Deutschland eröffnet. |
| 1966 | An der Kölner Universität wird das Martin-Buber-Institut für Judaistik eingerichtet. |
| 1979 | Die Städtpartnerschaft Köln - Tel-Aviv-Yafo wird am 6. August 1979 durch die Unterschriften des Kölner Oberbürgermeisters John van Nes Ziegler und des Tel Aviver Bürgermeisters Yigal Griffel besiegelt. 1987 Die Stadt Köln lädt seit 1987 Gruppen von "ehemaligen" jüdischen Kölnern ein. 1990 Seit Herbst 1990 nimmt die Synagogen-Gemeinde Köln jüdische Flüchtlinge aus der ehemaligen Sowjetunion auf. |
| 1991 | Die Gemeinde beginnt wieder mit der Herausgabe des "Gemeindeblatts der Synagogen-Gemeinde Köln", das unter diesem Namen erstmals am 26.6.1931 erschienen war. |
| 1992 | Am 1. Dezember1992 unterzeichnen Vertreter der westfälischen und der rheinischen Gemeinden sowie der Synagogen-Gemeinde Köln mit Ministerpräsident Rau einen Staatsvertrag. |
| 1995 | Am 12. Dezember 1995 wird der "Verein zur Förderung der Städtepartnerschaft Köln - Tel Aviv-Yafo" gegründet. |
| 1997 | Am 27. November 1997 kauft die Synagogen-Gemeinde Köln einen Teil des Geländes und das denkmalgeschützte Hauptgebäude des ehemaligen "Israelitischen Asyls für Kranke und Altersschwache" in der Ottostraße. |
| 1999 | Die Synagogen-Gemeinde beschließt zwei große (Um-)Bauprojekte. In der Ottostraße soll ein Wohlfahrtszentrum mit Alten- und Pflegeheim, Kindertagesstätte, Grundschule und Verwaltung entstehen. In der Roonstraße bleibt das religiöse und kulturelle Zentrum mit Synagoge, Jugendzentrum, Festsaal und Museum, allerdings in räumlich veränderter Form. |








